Taco

ca. 2008

09.2020

Taco hat sich sehr gut in die Gruppe eingefügt, er läuft jetzt ständig mit Malu, Rex, Teddy, Cody und Olli zusammen. Die jüngeren – Olli und Cody – gehen sehr lieb mit dem bereits älteren Rüden um und Taco mag die anderen Hunde richtig gern. Natürlich merkt man mittlerweile, dass er bereits im zweistelligen Alter ist – er schläft mehr als die anderen. Aber bisher geht es ihm, seines Alters entsprechend, noch richtig gut. Wenn er auch ab und zu etwas unrund läuft, hat sich sein Gangbild durch die Grünlippmuschelkuren, die wiederaufgebaute Muskulatur und die regelmäßige Bewegung im Vergleich zu seinem Einzug eher verbessert als verschlechtert. Obwohl er einige Jahre älter geworden ist. Er ist in jedem Fall ein absolut toller, sehr freundlicher und lieber Hund und hat mich zum Schäferhund-Fan gemacht. Wir hoffen, dass es ihm noch recht lange gut geht und er uns noch eine möglichst lange Zeit begleiten kann. 

 04.2016

Taco ist ein Deutscher Schäferhund  und wohnt seit dem 10.04.2016 bei uns. Er war beim Einzug geschätzte 8 Jahre alt und wurde vermutlich ausgesetzt. Das ist die Geschichte, wie er zu den Pusztamonstern gekommen ist. 

Bereits seit einigen Tagen lief vor unserem Haus im Feld ein Schäferhund herum. Man sah ihn immer wieder entlang laufen aber er war einfach zu weit weg um ihn anzusprechen und so ängstlich, dass er sofort im Wald verschwand, wenn er uns sah oder wir aus dem Tor kamen. Nach einigen Tagen war er dann einfach weg. 

Zwei Tage später riefen uns deutsche Bekannte vom anderen Ende des Ortes an, bei ihnen wäre seit zwei Tagen ein Schäferhund im Feld neben dem Haus, ob wir etwas wüssten. Wir erzählten ihnen, dass einige Tage vorher ein Schäferhund bei uns unterwegs gewesen war und dieser seit zwei Tagen nicht mehr da war. Möglicherweise war das ja dieser Hund. Mittlerweile war er so entkräftet, dass die Frau unseres Bekannten sich ihm annähern konnte und er sich – mit ausreichend Zeit – auch von ihr anfassen ließ. Sobald allerdings der Mann in Sichtweite kam, war er dann wieder weg. 

Wir sind hingefahren und haben uns den Hund angesehen. Taco war freundlich, aber völlig erschöpft und vermutlich auch sehr sehr hungrig. Wir vereinbarten, dass wir einen Sack Futter zu unseren Bekannten bringen würden, sie den Hund die nächste Zeit füttern und wir schauen ob wir irgendwo auf die Schnelle einen Platz für ihn bekommen können. Ich wollte einige infrage kommenden Bekannte anrufen. Als alles so weit besprochen und abgemacht war, machten wir uns auf den Weg zum Auto und sahen den Hund ganz langsam und vorsichtig – obwohl die Männer dabei waren – auf uns zukommen. 

Jürgen hat dann ganz spontan beschlossen: wenn er kommt und ins Auto steigt nehmen wir ihn mit. Er kam, ließ sich anfassen, stieg aber natürlich nicht ins Auto – er kannte das sicher nicht. Schlussendlich wurde Taco in den Lieferwagen der Bekannten gepackt und zu uns auf den Hof gebracht. 

Der arme Kerl war absolut am Ende, hatte völlig verzweifelte Augen, war total ausgehungert und abartig voll von Flöhen und Zecken. Die waren auch Tage später noch nicht komplett runter. Ich bin kein großer Freund von Insektiziden, aber in diesem Fall hat er eine Tablette gegen Zecken bekommen. Denn diese Mengen an Zecken waren anders einfach nicht zu bewältigen. Er hat eine Kerbe in einem Ohr und auch das andere ist beschädigt – es sieht fast so aus als wenn er mal ein Blutohr gehabt hätte und das Ohr nun total verknautscht ist – fast ein bisschen wie bei einem Ringer. Er hatte kahle Stellen unter dem Hals – möglicherweise von einem Halsband oder von einer Kette. Er war einerseits total mager aber das Gewebe fühlte sich total schwammig an, wenn man ihn anfasste. Viele Ungarn ernähren ihre Hunde mit Brot, Milch und reinem Fett – diese Hunde fassen sich dann oft total schwammig an – wie eben Taco. Er lief unrund, offenbar machte die Hüfte Probleme, Schmerzen hatte er aber scheinbar nicht und Muskulatur fehlte ihm auch völlig. Seine Zähne sind total flach und glatt, als wenn er Steine gekaut hätte. Wie wir später allerdings festgestellt haben, kaut er keine Steine, keine Stöcke, gar nichts…

Einen Chip hatte er nicht und vermisst wurde er auch nicht. Wir vermuten, er wurde ausgesetzt, evtl. aufgrund seines Alters – das passiert hier leider nicht selten. 

In den ersten Tagen zeigte sich direkt ein sehr merkwürdiges Verhalten von ihm: wenn Taco raus kam, lief er direkt neben dem Tor in ein gedachtes Quadrat von ca. 4 x 4 Metern. Dort bewegte er sich dann nicht mehr weg und hielt sich nur innerhalb dieses Quadrats auf. Es war egal, was wir gemacht haben er verließ dieses Stück einfach nicht. 

Er sollte und durfte sich aber natürlich auf dem kompletten Gelände bewegen. Daher haben wir ihm schlussendlich ein Geschirr angezogen und ihn an der Leine aus seinem Quadrat mitgenommen. Der arme Kerl ist fast gestorben vor Angst – sowas haben wir noch nie erlebt. Er schlotterte und bibberte am ganzen Leib, der Speichel lief ihm aus dem Maul, in den Augen war nur noch das Weiße zu sehen – er hatte buchstäblich Panikattacken. Er wehrte sich nicht gegen uns und war absolut lieb – hatte aber fast einen Kollaps vor Angst. Das wir ruhig mit ihm sprachen, hat er in seiner Angst vermutlich nicht einmal bemerkt. 

Irgendwas schlimmes ist ihm angetan worden, dass er derartig überreagiert, wenn er seinen Platz verlassen soll. Mein Verdacht geht in Richtung Erziehung mittels Strom in übelster Weise, denn sein Verhalten saß richtig tief. Nach ein paar Tagen drang es zu ihm durch, dass er mit uns mitgehen konnte ohne das ihm irgendeine Strafe drohte, er lief auf Zuruf auch irgendwann ohne Leine mit uns mit. Wenn wir dann aber auch nur eine Nanosekunde unaufmerksam waren rannte er sofort in seine Ecke zurück. Bis sich auch das legte, vergingen sicherlich nochmal vier Wochen.

Irgendwann ist dann der Knoten geplatzt und er läuft heute frei und fröhlich überall auf dem Hof herum. Er ist auch, bevor er zu uns kam, offensichtlich nie wirklich angefasst worden. Als ich ihn das erste Mal gekrault habe, blieb er ganz steif stehen und wusste nicht, was er damit jetzt machen soll. Heute kommt er von selbst und möchte gekrault werden, er spielt und tobt mit mir und hat eine Freude am Leben, dass es einfach Spaß macht ihm zuzusehen. Das es bei uns tatsächlich für Hunde zweimal am Tag Essen gibt, ist für Taco bis heute unfassbar und verdient ein Fest. Er freut sich zweimal am Tag so über sein Essen, dass es eine wahre Freude ist. Durch die Grünlippmuschel-Kapseln, die er täglich ins Futter bekommt, ist auch sein Gangbild besser geworden, er läuft heute nicht mehr unrund sondern völlig normal. Was uns natürlich ganz besonders freut.

Tacos einziges Problem sind – leider- andere Hunde. Er kannte keinerlei andere Tiere als er zu uns kam. Die Esel und Pferde, Ziegen und Schafe waren völlig neu für ihn. Hunden gegenüber ist er grundsätzlich sehr freundlich gegenüber und absolut nicht aggressiv. ABER er hat eine Eigenart sobald die anderen Hunde anfangen zu laufen. Dann rennt Taco daneben, packt sie im Nacken (er beißt nicht) und drückt den Hund auf die Erde. Das lassen sich unsere Hunde natürlich nicht gefallen. Weil wir nicht möchten, dass die jüngeren und stärkeren unserer Hunde den älteren Taco angreifen, läuft er nur mit den Mädels auf dem Hof, die mit seiner Eigenart umgehen können. Er hat trotzdem 24 Stunden Kontakt zu allen Hunden – aber zu seiner Sicherheit durch einen Zaun getrennt. 

Ich muss gestehen, Deutsche Schäferhunde waren eigentlich nie mein Ding, weil die deutschen Schäfer, die ich bisher kannte, alle ein völlig unberechenbares und inakzeptables Verhalten anderen Hunden gegenüber hatten. Tacos Sozialverhalten ist auch grenzwertig – zugegeben – aber er ist ein so toller Charakter, so lieb, anhänglich, folgsam, genügsam und brav, dass ich mittlerweile ein echter Fan der deutschen Schäfer bin. Bei Taco kann man sogar das Eingangstor offen stehen lassen – er geht kurz raus gucken, kontrolliert den Misthaufen und kommt dann wieder rein. Kein Geld der Welt, kein Leckerchen und auch kein Besuch brächte ihn dann wieder durch das Tor – Taco kann also beim besten Willen nicht selbst weggelaufen sein, er bewegt sich nicht vom Hof weg unter gar keinen Umständen.