Ein Blick hinter die Kulissen
Wie der Alltag mit mehr als 30 Hunden tatsächlich aussieht
Auf Bildern sieht man Hunde im Garten, alte Herrschaften auf ihren Lieblingsplätzen, Tierarztbesuche, Futterlieferungen und zwischendurch irgendeinen Pusztamonster-Unsinn.
Was man meistens nicht sieht, ist all das, was dazwischen passiert.
Ein Gnadenhof dieser Größe läuft nicht nebenher. Die Versorgung der Tiere, der Hof, die Vereinsarbeit und alles Organisatorische dahinter füllen jeden Tag – auch dann, wenn auf der Website oder bei Facebook gerade wenig passiert.
Der Hof läuft jeden Tag
Die Hunde müssen versorgt, gefüttert und beobachtet werden. Medikamente werden vorbereitet und gegeben, Wäsche läuft praktisch ständig, Räume und Außenbereiche müssen sauber gehalten und Rückzugsplätze gepflegt werden.
Hinzu kommen die Pferde, Stallarbeit, Zaunkontrollen, Reparaturen, Hofpflege und all die kleinen Dinge, die bei einem großen Grundstück nie wirklich aufhören.
Jürgen übernimmt einen großen Teil der körperlichen Arbeiten auf dem Hof sowie viele Tierarztfahrten und Besorgungen.
Die Versorgung der Hunde teilen wir uns.
Gerade bei vielen alten und chronisch kranken Tieren besteht ein erheblicher Teil des Alltags außerdem aus Beobachten: Wer frisst anders? Wer läuft schlechter? Wer braucht mehr Ruhe? Muss eine Medikation angepasst oder ein Tierarzttermin organisiert werden?
Nicht alles davon ist spektakulär. Aber genau daraus besteht ein großer Teil guter Versorgung.
Tierarzt ist selten „mal eben“
Unser Tierarzt ist rund 30 Minuten entfernt. Je nachdem, was untersucht oder behandelt werden muss und wie voll die Praxis ist, kann ein einzelner Termin schnell mehrere Stunden beanspruchen.
Bei mehr als 30 Hunden gehören Tierarztbesuche nicht zu den seltenen Ausnahmefällen, sondern zum normalen Alltag.
Dazu kommen Medikamente, Kontrollen, Diagnostik, Nachsorge und die Organisation von Terminen – bei komplizierteren Fällen auch mit längeren Fahrwegen zu spezialisierten Tierärzten oder Kliniken.
Auch Futterversorgung braucht Organisation
Wir leben auf dem ungarischen Land. Das bedeutet viel Platz und Ruhe – aber auch längere Wege.
Futter und andere größere Einkäufe versuchen wir deshalb möglichst gebündelt zu erledigen. Große Mengen holen wir in größeren Abständen, Spezialfutter und Dinge, die vor Ort nicht erhältlich sind, werden bestellt.
Bei der Zahl und Unterschiedlichkeit unserer Hunde ist auch Futter nicht einfach „ein Sack für alle“. Alter, Erkrankungen, Allergien und individuelle Bedürfnisse sorgen dafür, dass regelmäßig verschiedene Sorten und Spezialfutter benötigt werden.
Hinter dem Verein steckt viel Schreibtischarbeit
Der Pusztamonster e.V. bringt zusätzlich Aufgaben mit sich, die auf keinem Hundefoto zu sehen sind.
Dazu gehören unter anderem Vereinsverwaltung, Mitgliederangelegenheiten, Spendenverwaltung, Buchhaltung und Unterlagen, behördliche und organisatorische Themen sowie die Pflege der Vereinswebsite.
Auch Spenden müssen angenommen, dokumentiert, sortiert und sinnvoll eingesetzt werden.
Diese Arbeit passiert überwiegend am Schreibtisch – und ist trotzdem ein notwendiger Bestandteil dessen, was den Verein überhaupt arbeitsfähig hält.
Website, Blog und Facebook entstehen ebenfalls hier
Die Texte, Fotos und die Pflege von pusztamonster.de entstehen größtenteils bei uns selbst.
Dazu gehören beispielsweise:
- Fotos machen und bearbeiten
- Hundeseiten aktuell halten
- Blogbeiträge schreiben
- Facebook-Beiträge erstellen
- Änderungen und technische Pflege der Website
- Berichte über besondere Ereignisse und Aktionen
Deshalb gibt es bei uns keinen festen Anspruch, täglich etwas veröffentlichen zu müssen.
Wenn ein Hund zum Tierarzt muss, auf dem Hof etwas kaputtgeht oder schlicht die normale Versorgung mehr Zeit benötigt, steht Social Media hinten an.
Und das darf es auch.
Erwerbsarbeit gehört ebenfalls zum Alltag
Der Gnadenhof finanziert sich nicht allein durch den Verein.
Ein erheblicher Teil der Kosten wird weiterhin privat getragen. Deshalb gehört neben der Arbeit mit den Tieren auch Erwerbsarbeit zu unserem Alltag.
Das bedeutet ganz praktisch: Die Zeit eines Tages verteilt sich nicht nur auf Hunde und Hof, sondern ebenso auf die Arbeit, mit der ein großer Teil dieser Haltung überhaupt finanziert wird.
Dass ein Teil davon von zu Hause erledigt werden kann, hilft enorm – macht aus einem Arbeitstag aber keinen freien Tag.
Wenn einer von uns unterwegs ist
Regelmäßig ist einer von uns für einige Tage in Deutschland oder aus anderen Gründen nicht auf dem Hof.
Dann verteilt sich die gesamte tägliche Versorgung auf eine Person.
Das lässt sich organisieren, bedeutet aber auch: In solchen Zeiten bleibt noch weniger Platz für alles, was warten kann.
Und Website und Facebook können warten.
Vieles wiederholt sich. Jeden Tag.
Füttern. Medikamente. Putzen. Waschen. Tierarzttermine organisieren. Futter beschaffen. Papierkram erledigen. Hunde beobachten. Reparieren. Aufräumen. Wieder füttern.
Dazwischen passieren die Dinge, die sich nicht planen lassen.
Ein Hund wird krank. Eine Lieferung kommt anders als gedacht. Irgendwo funktioniert ein Zaun nicht mehr. Ein alter Hund braucht plötzlich deutlich mehr Unterstützung.
Das ist nicht die Ausnahme vom Alltag.
Das ist der Alltag.
Deshalb ist es manchmal ruhig
Wenn einige Tage kein neuer Beitrag erscheint, bedeutet das meistens nicht, dass bei den Pusztamonstern nichts passiert.
Eher das Gegenteil.
Unsere erste Aufgabe ist die Versorgung der Tiere und der Betrieb des Hofes. Alles, was wir darüber erzählen, kommt danach.
Und manchmal ist ein ruhiger Facebook-Kanal schlicht ein ziemlich gutes Zeichen dafür, dass unsere Prioritäten gerade an der richtigen Stelle liegen.