Hühner und Enten

Hühner

Als wir noch in Deutschland lebten haben wir uns oft vor den Eier gegraust, die im Handel erhältlich waren und oft über lange Zeiträume gar keine gegessen.

Nach unserem Umzug nach Ungarn war uns sehr schnell klar, dass wir hier unsere eigenen Hühner halten wollten. Allerdings ausschliesslich als Hobby und wegen der Eier – nicht zum züchten und erst recht nicht zum schlachten. Zum züchten deswegen nicht, weil in der Regel immer sehr viele Hähne geboren werden, wir auf unserem Hof aber nur eine kleine Anzahl Hähne halten können. Das hätte schnell Probleme gegeben. Da wir aber auch nicht schlachten beziehungsweise die Tiere auch nicht zum Schlachten verkaufen wollten, lies sich dieses Problem relativ einfach lösen. Wir wollten nur Mädels halten. 

Wir haben eine ganze Weile überlegt, was wir denn eigentlich für Hühner haben wollten, denn sie sollten schon einige Kriterien erfüllen. Wir wollten Hühner, die nicht hoch fliegen und so innerhalb der Wiese bleiben. Die Hühner sollten untereinander möglichst friedlich und umgänglich, nicht übermässig hektisch oder nervös und möglichst zahm sein. Dann sollten sie vergleichsweise grosse Eier legen und das am besten auch noch ganzjährig, d.h. auch im Winter.

Anfänglich hatten wir Hühner der Rassen Zwerg-Lachshühner, Zwerg-Brahmas und Zwerg-Australorps in Deutschland bekommen. Später kamen dann noch große Brahma- Hühner dazu und einige braune Legehennen.

Da Hühner meist nicht sooo irre lange leben – wir haben zwar durchaus Hühner im zweistelligen Alter, aber es werden eben nicht alle so alt, meist durch Verluste durch Greifvögel und Füchse. Also ändert sich unser Hühnerbestand immer wieder. Im Laufe der Jahre sind unsere ersten Hühner alle über die Regenbogenbrücke gegangen und neue Hühner einzogen. Aktuell haben wir einen wunderschönen Jersey Giant Hahn, Sperberhennen, Sussexhennen, einige Marans, Nackthalshühner und einige braune Legehennen. Da wir nach wie vor nicht züchten, gibt es leider von unseren ersten Hühnern keine Nachkommen.

Immer haben wir aber wunderschön anzusehende Hühner, die uns ganzjährig mit den allerleckersten Eiern versorgen. Oftmals haben wir soviel Eier, dass wir davon noch welche abgeben können und auch in Deutschland, bei unseren Freunden, werden die Eier immer sehr gern gegessen.

Enten

Seit dieser Woche, 08.06.2013, leben bei uns zwei Enten, vermutlich Peking-Enten oder Peking-Enten-Mixe. Als ich im Mai in Deutschland weilte, erzählte mein Mann mir, dass in unserem Teich vor dem Haus neuerdings eine Ente paddelte. Allerdings keine Wild-, sondern definitiv eine Hausente. Wir vereinbarten, diese Ente einzufangen, wenn ich wieder da bin, weil sie am Teich wegen der Füchse und Hunde nicht lang überlebt hätte. Nachdem ich wieder zurück aus Deutschland war und unsere Ente das erste mal in Augenschein genommen hatte, stellte ich fest, dass unsere Ente einen gekappten Schnabel hat – er/sie musste also aus einer Menschenaufzucht kommen und war vermutlich zum Stopfen oder zum Schlachten bestimmt. Aber woher war die Ente bloß gekommen??

Die Ente ließ uns die erste Zeit nach ihrem Einzug auf unserem Teich keine Chance, ihn/sie einzufangen – sie paddelte einfach immer fröhlich im Wasser oder war zumindest in der Nähe unseres Teiches. Bis ich diese Woche eines Abends sah, dass sie mitten auf der Pferdewiese saß. Weit weg vom Teich und mit guter Möglichkeit sie oder ihn einzufangen. Gedacht, getan. Die Ente zog zu unseren Pfeifgänsen (leider zwischenzeitlich verstorben) und das mit der Enten/Gänse WG klappte sofort prima.

Heute waren wir dann kurz bei unseren Nachbar. Der erzählte uns, dass vor einigen Wochen – zu der Zeit, als ich in D war – ein Laster vorbeigefahren war der Enten verloren hat. Eine dieser Enten war bei unseren Nachbarn eingezogen. Die Nachbarsente sieht genauso aus wie unsere Ente, nur der schwarze Fleck auf dem Kopf ist wesentlich größer. Also muss unsere Findelente auch auf dem Transport gewesen sein – unsere Vermutung, dass sie entweder zum Stopfen oder Schlachten bestimmt war, bestätigte sich damit. Es passiert gelegentlich, dass die Seitenklappen der Boxen während der Fahrt aufgehen und die Tiere rausfallen – wir haben das schon bei Hühnern gesehen.

Unsere Nachbarn waren damit einverstanden, dass wir ihre Ente übernehmen und so hat unsere Ente nun einen Entenpartner, der sogar das gleiche Schicksal teilt und den er/sie bereits kennt. Die beiden Enten haben sich von der ersten Minute gut verstanden und leben nun zusammen im Auslauf.

Ente gut, alles gut – dem Schlachten oder Stopfen noch gerade entronnen.

 

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