Benito (ehem. Bertie)

geb. 2018

junger schwarz-grauer Mioritic, rumänischer Herdenschutzhund

16.05.2026

Berti – wie ein Fehler zu einem Glücksfall wurde

Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die sich niemand ausdenken könnte.

So begann auch die Geschichte von Berti.

Vorgestern wurden wir kontaktiert, ob wir einem Hund aus Rumänien helfen könnten. Sein Name lautet offiziell Berti A522. Zu diesem Zeitpunkt ahnte allerdings noch niemand, dass er überhaupt nicht der Hund war, der nach Deutschland reisen sollte.

Im Shelter hatte sich bei den Vorbereitungen für einen Transport offenbar ein Fehler eingeschlichen.

Eigentlich war ein anderer Hund für die Reise vorgesehen. Ein menschenfreundlicher, unkomplizierter Hund, der an Halsband, Geschirr und Leine gewöhnt ist und problemlos mit Menschen zusammenlebt. Seine Chancen auf eine Vermittlung über eine deutsche Pflegestelle standen entsprechend gut.

Doch aus unbekannten Gründen wurde stattdessen Berti für die Ausreise vorbereitet.

Er erhielt alle notwendigen Impfungen, wurde entwurmt, bekam seinen EU-Heimtierausweis, wurde getestet und schließlich auf den Transport gesetzt.

Erst als der Transport bereits unterwegs war, bemerkte jemand den Irrtum. Der eigentlich vorgesehene Hund befand sich noch immer im Shelter – während Berti bereits auf dem Weg nach Deutschland war.

Zwei Hunde, ein Problem

Das Problem war schnell erkannt – und es betraf gleich zwei Hunde.

Berti ist kein unkomplizierter Hund.

Er kennt das Leben im Haus nicht, kennt weder Halsband noch Geschirr oder Leine und lässt sich nur sehr vorsichtig anfassen. Menschen machen ihm Angst. Aggressiv ist er dabei nicht – ganz im Gegenteil. Er ist einfach ein Hund, der bisher kaum positive Erfahrungen mit Menschen sammeln konnte.

Für die Pflegestelle, die auf einen völlig anderen Hund vorbereitet war, wäre das eine enorme Herausforderung geworden.

Gleichzeitig hätte der Fehler noch eine weitere Folge gehabt: Der eigentlich vorgesehene Hund hätte seinen Platz verloren. Die Pflegestelle wäre durch Berti belegt gewesen und der Hund, der ursprünglich nach Deutschland reisen sollte, hätte keine Möglichkeit mehr gehabt auszureisen.

Aus einem Versehen waren damit plötzlich zwei Hunde betroffen. Für beide musste eine Lösung gefunden werden.

Mitten in der Nacht

Über verschiedene Wege erreichte die Anfrage schließlich auch uns.

Gemeinsam mit Jürgen überlegte ich, wie wir helfen könnten. Natürlich sind auch bei uns die Plätze begrenzt. Doch nach all dem, was Berti bereits hinter sich hatte, erschien es uns kaum vorstellbar, ihn einfach wieder zurück ins Shelter zu schicken.

Da der Transport ohnehin direkt durch unseren Ort fuhr, machte sich Jürgen mitten in der Nacht auf den Weg und holte den unerwarteten Reisenden ab.

Wer Hunde aus Rumänien kennt, weiß: Die Transporte kommen selten zu normalen Uhrzeiten vorbei. Meist klingelt irgendwo zwischen 1 und 3 Uhr nachts das Telefon.

Und so zog mitten in der Nacht ein Hund bei uns ein, der ursprünglich niemals auf unserem Hof hätte ankommen sollen.

Ein Platz für immer

Seit heute Morgen lebt Berti bei uns auf dem Gnaden- und Seniorenhof.

Mit seinen mittlerweile 8 Jahren wären seine Chancen, das Shelter eines Tages noch zu verlassen, vermutlich nicht besonders groß gewesen. Umso mehr freuen wir uns, ihm nun einen sicheren Platz bieten zu können.

Das Leben mit anderen Hunden kennt Berti bereits gut. Sein einziges großes Thema sind die Menschen. Doch genau dafür hat er jetzt Zeit.

Zeit, anzukommen.

Zeit, Vertrauen zu lernen.

Zeit, einfach Hund zu sein.

Und so wurde aus einem Fehler am Ende ein echter Glücksfall.

Für uns.

Vor allem aber für Berti.

Der erste Tag bei den Pusztamonstern

Der erste Tag zeigt bereits, dass die Entscheidung richtig war.

Berti ist gut angekommen, frisst mit Appetit und zeigt sich vorsichtig und schüchtern, aber keineswegs panisch. Er beobachtet viel, schaut sich alles genau an und nimmt seine neue Umgebung in seinem eigenen Tempo wahr.

An der Leine lässt er sich bereits vorsichtig anfassen und wurde sogar schon gekämmt. Für einen Hund, der Menschen bisher eher skeptisch gegenübersteht, sind das sehr schöne erste Schritte.

Auch einige unserer Hunde hat er bereits kennengelernt. Die ersten Begegnungen verliefen völlig problemlos und wir sind zuversichtlich, dass er sich in unserer großen Hundegruppe schnell einleben wird.

Nun darf er erst einmal ankommen.

Ohne Druck.

Ohne Erwartungen.

Einfach mit der Zeit, die er braucht.

Und vielleicht wird aus dem schüchternen Berti irgendwann ein Hund, der feststellt, dass Menschen manchmal doch ganz in Ordnung sein können.

💚 Herzlich Willkommen bei den Pusztamonstern, lieber Berti.

Auch wenn wir noch nicht ganz sicher sind, ob du diesen Namen behalten wirst.