Blacky II.
geb. 05.05.2018
16.05.2026
Unser Neuzugang heißt Blacky (Kalle) – seine Geschichte ist etwas länger, da sehr ungewöhnlich
Manchmal passieren Dinge, bei denen man selbst kaum glauben kann, wie sich alles zusammenfügt. Vor einigen Tagen, am 13.05.2026, waren wir im Ort unterwegs und bereits auf dem Rückweg nach Hause, als ich vor dem Supermarkt einen Hund liegen sah. Neben ihm stand ein Wassernapf. Offenbar war der Hund dort schon länger unterwegs, denn die Mitarbeiter hatten ihn bereits mit Wasser versorgt. Natürlich haben wir angehalten.
Ich bin kurz in den Supermarkt gegangen und habe nachgefragt, ob jemand den Hund kennt oder ob vielleicht der Besitzer irgendwo in der Nähe sei. Direkt daneben ist eine Kneipe — und hier auf dem Dorf ist grundsätzlich erstmal nichts unmöglich. Die Mitarbeiter wussten allerdings nichts. Eine Mitarbeiterin erzählte mir lediglich, dass sie ihm Wasser hingestellt habe. Entsprechend erleichtert war sie, als ich sagte, dass wir den Hund mitnehmen. Und so zog ein ungeplanter Logiergast bei uns ein.
Ein kniehoher Rüde, freundlich, ruhig und insgesamt in wirklich gutem Zustand. Nicht mehr ganz jung, aber auch noch kein Senior. Verwahrlost wirkte er überhaupt nicht. In den Stall wollte er allerdings eher nicht einziehen. Das dort stehende Futter fand er zwar hervorragend, die Tür selbst hielt er dagegen eher für Brennholz. Stattdessen machte er lieber erst einmal eine Runde über den Hof und zeigte dabei sehr schnell, dass er ein ausgesprochen freundlicher und unkomplizierter Hund ist. Er kommt sofort, wenn man ihn ruft, springt Jürgen voller Freude entgegen, gibt Pfötchen und zeigte weder mit Johnny noch mit Benji irgendwelche Probleme. Benji war natürlich direkt neugierig und sprang kurzerhand über das Törchen, um den Neuzugang persönlich zu begrüßen. Auch das verlief völlig entspannt.
Da unser Bürgermeister wirklich jederzeit ansprechbar und unglaublich hilfsbereit ist, hatte ich ihm direkt Bescheid gegeben und die Informationen auch in die Tiergruppen des Nachbarortes gestellt. Noch am selben Abend meldete unser Bürgermeister sich zurück: Er kennt den Hund. Und auch den Besitzer. Offenbar lässt dieser den Hund neuerdings unbeaufsichtigt in Csengele laufen. Dass die Mitarbeiter im Supermarkt den Hund nicht kannten, zeigt allerdings auch, dass das vermutlich noch nicht allzu lange so läuft. Zur Erklärung für alle, die ungarische Dörfer nicht kennen: Hier kennt normalerweise wirklich jeder jeden — und meistens auch sämtliche Tiere gleich mit.
Unser Bürgermeister informierte den Besitzer darüber, dass sein Hund bei uns ist und nun warteten wir erst einmal ab, ob er abgeholt wird.
Am Abend rief mich dann eine Bekannte an, die im Nachbarort lebt und seit vielen Jahren im Tierschutz tätig ist. Und fragte, ob ich eine Möglichkeit hätte, einen Hund zu übernehmen, den sie vor einigen Jahren in unseren Ort vermittelt hätte. Der Besitzer habe sie kontaktiert, weil er sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr angemessen um seinen Hund kümmern kann und um eine Lösung gebeten. Leider und schweren Herzens musste ich die Aufnahme des Hundes ablehnen – mit Johnny und dem am Tag vorher aufgenommenen Fundhund sind wir an unseren Grenzen.
Da der Besitzer des Fundhundes sich nicht gemeldet hatte und wir am nächsten Morgen ohnehin mit Johnny zum Verbandswechsel zum Tierarzt mussten, nahmen wir den Fundhund direkt mit, um ihn einmal komplett durchchecken zu lassen und nach einem Chip zu schauen.
Und dann wurde die Geschichte plötzlich noch etwas verrückter.
Der Hund ist gechippt.
Registriert.
Und zwar auf genau die Bekannte aus dem Nachbarort, mit der ich am Tag zuvor telefoniert hatte.
Und während wir noch darüber gesprochen hatten, war genau dieser Hund bereits am Tag vorher zufällig bei uns gelandet.
Ganz ehrlich: So etwas kann man sich wirklich nicht ausdenken.
Natürlich darf der Hund bei uns bleiben, er wird nächste Woche offiziell auf uns umgeschrieben.
Und der Hund selbst?
Der kleine Kerl hatte erst vor wenigen Tagen Geburtstag und ist nun 8 Jahre alt geworden.
Heute Vormittag haben wir ihn bereits mit unserer kompletten Hundegruppe vergesellschaftet und er liegt inzwischen völlig entspannt mitten zwischen den anderen Hunden in der Sonne, als wäre er schon immer hier gewesen.
Blacky (Kalle) ist freundlich, souverän, unkompliziert und einfach ein wirklich netter Hund.
Und wer sich wundert, warum wir beide Namen verwenden: Im Mikrochip ist der Name „Kalle“ hinterlegt. Sein bisheriger Besitzer mochte diesen Namen allerdings nicht und nannte ihn deshalb Blacky — auf diesen Namen reagiert er auch zuverlässig.
Für uns ist das wegen unseres noch nicht lange verstorbenen ersten Blacky zwar etwas unschön, aber wenn ein Hund auf seinen Namen hört, möchten wir ihm diesen natürlich nicht einfach wegnehmen.
Deshalb wird aus ihm nun eben unser Blacky II.
Und übrigens: Ein eigener Chipleser steht inzwischen definitiv auf meiner Einkaufsliste für Deutschland.