Basti

ca. 06.2007

14.07.2021

Basti hatte sich nach dem epileptischen Anfall wieder etwas erholt und durch regelmäßige Medikamentengabe danach auch keine Anfälle mehr. Aber es liess sich nicht leugnen, dass Bastis Körperchen altersbedingt immer weiter abbaute und die Selbstständigkeit, die er sich nach dem epileptischen Anfall wieder erkämpft hatte, nicht von langer Dauer war. Wir haben ihm so lange geholfen, wie er das selbst wollte, aber jetzt war seine Kraft erschöpft. Die bereits recht lang andauernde Hitzewelle bei uns – es waren wochenlang konstant täglich 40 Grad – haben ihm zusätzliche Kraft geraubt und nun war seine Zeit vorbei. Basti stellte das Fressen ein – laufen konnte er bereits nur noch wenige Schritte – und auch unsere Tierärzte konnten ihm nicht mehr helfen. Wir haben unseren großen Kämpfer daher nach 13 unfassbaren Jahren gehen lassen müssen. Gerade bei Basti – der immer so unglaublich um sein Leben gekämpft hat und wo wir niemals gedacht hätten, dass er uns so viele Jahre begleiten wird – war diese Entscheidung besonders schwer, aber die einzige, die wir in seinem Sinne treffen konnten. Jetzt wird er sicherlich sicherlich mit seinem tollen Lachen und seiner unglaublichen Energie auf der anderen Seite herumtollen – diese Vorstellung macht seinen Verlust etwas leichter.

Basti mein Schatz, du hast immer alle mit deinem unglaublichen Willen und der fast unerschöpflichen Energie beeindruckt und so viele könnten sich ein Beispiel an dir nehmen. Danke, dass wir dich dein Leben lang begleiten durften und du unser Leben unglaublich bereichert hast. Wir werden immer an dich denken, bis wir uns irgendwann wiedersehen. Lass es dir bis dahin gut gehen!

02.2021

Dass Basti teilweise wieder Probleme mit der Koordination und beim Aufstehen hat, hatte ich ja bereits geschrieben. Am 02. Februar bekam er dann auch noch völlig unerwartet und plötzlich morgens einen epileptischen Anfall. Wir standen buchstäblich neben ihm, als es losging. Der Anfall war vom Krampfgeschehen noch nicht einmal extrem, aber er dauerte an. So lang, dass ich ihm Diazepam geben musste – das soll man nur, wenn der Anfall ungewöhlich lang ist. Es ergab sich kein akuter gesundheitlicher Grund für den Anfall und Basti bekommt seitdem – wie Mausi und Maxi auch – Phenobarbital zweimal täglich. Der Anfall ist jetzt zwei Wochen her und seitdem hatte er keinen Anfall mehr. Allerdings war seine Koordination nach dem Anfall noch erheblich schlechter als vorher. Er konnte gar nicht mehr selbstständig aufstehen, oft nicht einmal laufen, mit Unterstützung lediglich wenige Schritte. Dazu stellten sich unglücklicherweise auch noch beide Hinterpfoten rund – was die Stabilität natürlich nicht verbessert. Die ersten beiden Tage nach dem Anfall wirkte er geistig sehr reduziert bis teilweise völlig abwesend.

Das einzige, was unverändert war und uns die Zuversicht gab, dass es ihm wieder besser gehen würde, war sein Appetit und seine Energie. Beides war ungebrochen. Deutlich zeigte er uns, dass er es ganz schrecklich fand, dass wir ihm bei allem helfen mussten – sogar die erste Woche beim urinieren. Es gibt für Basti nichts Schlimmeres, als wenn er etwas nicht allein kann und vor lauter Groll liess er sich deswegen oft absichtlich zusammensacken oder machte sich extra besonders schwer. Aber es half ja nichts, er musste mehrmals täglich raus und dort auch auf die Füsse gestellt werden. Wenn zusätzlich auch noch die Muskulatur vollkommen verkümmert, kommt er gar nicht mehr auf die Beine.

Und es hat geholfen – Bastis ungebrochene Energie hat es wieder einmal geschafft. In den letzten Tagen schafft er es,  wieder selbstständig aufzustehen und einige Zeit zu laufen. Wenn er dann umkippt, kommt er in 8 von 10 Fällen von selbst auf die Beine. Sogar durch die Hundeklappe hat er es bereits zweimal alleine geschafft und er will unbedingt und unter allen Umständen wieder in seiner Box essen und nicht wie ein Invalide im Wohnzimmer auf der Matte. Da ist er stur, das geht nicht, gegessen wird in seiner Box!

Wir sind so froh für unseren Schatz, dass er sich die gerade für ihn so wichtige Selbstständigkeit bereits ein sehr großes Stück wieder zurückerobern konnte und hoffen, dass es so bleibt oder idealerweise noch etwas weiter vorwärts geht. Bastis Wille ist wirklich einfach unglaublich!

09.2020

Mittlerweile ist auch unser Basti schon etwa 12-13 Jahre alt. Seine Koordinationsstörungen machen ihm wieder mehr zu schaffen, auch die Arthrose in seiner Hüfte – die nach seinem Unfall 2008 festgestellt wurde – trägt dazu bei. Wenn wir ihm auch gelegentlich beim Aufstehen helfen müssen, weil seine Pfoten auf den Fliesen nicht genug Halt haben, ist er doch insgesamt noch gut dabei, nimmt an allem teil, mag besonders gern von unserem Essen seinen kleinen Teil bekommen und hat einen guten Appetit und gute Laune. Das darf gern noch recht lange so bleiben.

12.2008

Unseren Komondor-Puli-Mix Basti habe ich wenige Tage vor Weihnachten 2008 fast tot auf der Straße aufgelesen.

Der kleine Mann war scheinbar angefahren worden und lag bewusstlos am Straßenrand. Es hatte ihn so schwer erwischt, dass wir ihn bis Silvester intensiv-versorgen mussten und er Neujahr erst das erste Mal auf seinen Beinen stehen konnte.

Neben einiger unfallbedingter Probleme, die innerhalb einiger Monate völlig wieder verschwanden, hat er durch die schwere Gehirnerschütterung Beeinträchtigungen des Gehirns behalten, die sich in Koordinationsstörungen äußern. Wenn er eilig wohin will, läuft er schief und fällt um. Dies war Anfang 2009 so extrem, dass er kaum drei Schritte laufen und auch nicht frei sitzen konnte. Basti hat mit einem bewundernswerten Eifer ständig geübt und mittlerweile merkt man ihm seine Beeinträchtigung kaum noch an – sie tritt nur noch auf, wenn er besonders aufgeregt ist. Eine Vermittlung nach Deutschland war mit diesen Beeinträchtigungen natürlich nicht möglich und wir hatten ihn schon längst so sehr ins Herz geschlossen, dass wir den Jungen nicht mehr hergeben wollten.

Basti ist ein wirklich toller Hund mit einem gigantischen Kampfgeist und unser Sonnenschein. Er lacht und strahlt den ganzen Tag und freut sich seines Lebens.